"Wir sind gerettet, aber nicht befreit" – Jüdische Selbstbehauptung gegen Antisemitismus in der Nachkriegszeit
Dienstag, 27. Oktober 2026, geöffnet ab 19:00 Uhr, Vortrag ab 19:30 Uhr, geöffnet bis 23:00 Uhr.
"Wir sind gerettet, aber nicht befreit“ – Jüdische Selbstbehauptung gegen Antisemitismus in der Nachkriegszeit
Referent: Michael Sturm (Historiker, Münster)
In den unmittelbaren Nachkriegsjahren und der frühen BRD waren die Überlebenden der Shoah vielfach weiterhin mit antisemitischer Ausgrenzung, Marginalisierung und Kriminalisierung konfrontiert. Der allenthalben bemühte Topos von der "Stunde Null" musste Jüdinnen_Juden, aber auch anderen im NS verfolgten, entrechteten und ausgeplünderten Menschen angesichts der fortwährenden ideologischen und personellen Kontinuitätslinien als blanker Hohn erscheinen. Norbert Wollheim, zweiter Vorsitzender des "Zentralkomitees der befreiten Juden in der britischen Zone", notierte im August 1945: "Wir sind gerettet, aber nicht befreit."
Jüdinnen_Juden in Deutschland – wie auch andere Überlebende des NS-Terrors – nahmen jedoch diese Zumutungen keineswegs widerstandslos hin. Kämpfe um Anerkennung und Selbstbehauptung wurden auf unterschiedlichen Ebenen geführt, sind aber bezeichnenderweise im Kontext einer hegemonialen Erinnerungskultur, die stark vom Paradigma der "Versöhnung" und der Behauptung einer vermeintlich "erfolgreichen Vergangenheitsbewältigung" geprägt ist, zumindest in der Dominanzgesellschaft weitgehend in Vergessenheit geraten.
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"INPUT – antifaschistischer Themenabend in Düsseldorf" existiert seit 2002 und findet in der Regel an jedem letzten Dienstag im Monat an wechselnden Orten statt. Veranstalter: Antirassistisches Bildungsforum Rheinland (ABR), in Kooperation mit dem Antifa-Referat des AStA der HSD und SJD – Die Falken Düsseldorf. Ankündigungen finden sich u.a. auf Twitter (Input_Dus), Instagram (input_duesseldorf), Facebook (input-antifaschistischer-themenabend) und Mastodon (https://chaos.social/@INPUT_dus/).